BURN OUT, DEPRESSION, ANGST

Die Spanne reicht von Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeit und Depression bis zu existenziellen Ängsten. Was mit idealistischer Begeisterung beginnt (idea = Bild, Vorstellung) und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression führt, bezeichnet man heute als Burn out Prozess. Von Schülern über Forscher bis hin zu Arbeitslosen und Rentnern sind Krankheitsfälle bekannt. Der Betroffene kann sich nicht mehr entspannen. Z.B. geistert die Arbeit dauernd in seinem Kopf herum.

1) Anstelle von sachlicher Freude am Handeln tritt die Idealistische (vorgestellte) Selbsterfüllung

„Erfüllung“ für das Selbst zu suchen, ladet die Frustration ein, denn es gibt keine Erfüllung des Selbst, aber die Stärkung des Selbst durch das Besitzen. Besitz, auf beliebigem Niveau, lässt das Selbst stark, reich, aktiv fühlen; aber wie alle Gefühle verwelkt es bald, um durch eine andere Befriedigung ersetzt zu werden. Wir sind vertraut mit diesem Prozess des Ersatzes oder Ersetzens, und es ist ein Spiel, mit dem die meisten von uns zufrieden sind.

ANGST


Unser Selbst offenbart sich in den psychischen Beziehungen. Ohne diese zu erkennen und zu verstehen, ohne Selbsterkenntnis, unserer Gebundenheit, unserer Abhängigkeiten, von Menschen, Ideen, Eigentum usw., kann man nicht frei von Angst sein. Sich selbst zu betrachten, wie man ist – im Spiegel der Beziehungen – ohne Bewertung, beendet das einengende Gefühl der Angst, öffnet das außerordentliche Gefühl der Liebe.


2) Wir suchen den Sinn des Lebens durch Vorstellungen

Denken kann das Lebensproblem nicht lösen. Die eine fortdauernde Befriedigung wünschen, die für das ganze Leben dauert, hoffen dass sie nie gestört wird. Aber da gibt es eine unvermeidliche, unveränderliche, unbewusste Angst, die Angst vor dem Tod. Der Erfüllungswunsch bringt eine Stärkung des Selbst und die Angst vor Versagen, Krankheit und Sterben. Der Wunsch etwas zu erreichen, zu gewinnen usw. macht konform für die Anpassung, die der Anfang der Angst ist.

Angst beschränkt die Selbsterkenntnis. Das Ich begrenzt sich durch Befangenheit auf immer mehr verschiedene Ebenen und verschiedene Perioden. Konflikt und Schmerz gehen immer weiter. Wenn man die Schönheit und Farbenpracht eines toten Blattes zutiefst betrachten kann, würde man vielleicht verstehen, wie man tagein tagaus mit dem Tod - auch mit dem eigenen - leben lernt.

Denken, Denken, Denken

Denken ist schließlich die Substanz der Psyche (Ängste,Lust,Sorgen,Einsamkeit,Idee des irgendwie getrennten Ichs)

Denken ist mechanisch, Ablauf angehäufter abgespeicherter Erinnerungen.1) Beim Beobachten der Gedanken, die aufkommen und entschwinden, einer nach dem anderen, wird das Denken seiner selbst gewahr, es schwindet Denken dahin, und das Schauen beginnt. Aber es gehört zu den schwierigsten Dingen in der Welt, auf irgend etwas einfach zu schauen. Wenn das Denken sich selbst erkennt, dann wird es ruhig, still. Dann ist ein neues „Instrument“ vorhanden, das nicht vom Denken aufgebaut wurde, eine Wahrnehmung, die frisch ist und keine Vergangenheit hat, Intelligenz und Mit-Gefühl.

1) Angewendet werden in der Psychotherapie Methoden für eine Möglichkeit Gedankenketten zu beenden oder zu unterbrechen („stopp-Übung“, „Deautimatisierung“).

Beobachten, Zuhören und Einsicht. Es ist kein schrittweiser Vorgang sondern wie ein geschwinder Pfeil. Diese Art Wahrnehmung bewirkt eine tiefe Mutation in den Gehirnzellen und ein Handeln klar und präzise, ohne durch Vergangenheit beschränkt zu sein, denn in den unendlich stillen Nischen des Gehirns gibt es etwas, das nicht das Ergebnis von Erinnerung ist, nicht die Bewegung einer Kontinuität.

Dass es eine Umorganisation der Wahrnehmung gibt und nicht nur eine Versuchsbewegung mit Denken, ein Versuch-Irrtums-Verhalten, hat Köhler sogar bei Affen nachgewiesen (Köhler 1926). Der Mensch hat in jedem Zeitalter das Denken und den Intellekt z.B. in Büchern usw. angebetet. Fachleute und Sachverständigen sind wie Menschen, die man an einen Pfahl gebunden hat. Wegen ihrer Konditionierung können sie nicht weitergehen, sie sind beschränkt, was sie auch denken mögen.

Der Geist, das Gehirn ist ruhig, wenn man w ä h r e n d des Tages der mechanischen Bewegungen, der Art des Denkens und Verlangens aufmerksam, wachsam, total gewahr ist und alle Aktivitäten während des Tages auflöst, jede Handlung abschließt.

Eine Hilfe ist auch, wenn wir unsere übliche Kurzatmigkeit einmal durch die Yoga-Atmung ("Pranayama" siehe Internet) ersetzen.

Frieden hat man,, wenn man schlafen geht, wenn das Gehirn nicht in einer ängstlichen, sondern in einer ruhigen Bewegung ist.