alle unsere Handlungen sind eingelernte Reaktionen, kein wirkliches Handeln!

Etwas sehen und dann tun, wird durch den dazwischen geschalteten „Beobachter“ geteilt. Darum ist eine

Handlung niemals vollständig und niemals beendet. Es ist kein echtes Handeln.

*Echtes Handeln ist „Sehen + Tun“ ohne dazwischen geschaltetes Wissen, Muster, Idee, Begriff usw. (Vgl. „Vedanta“, bedeutet „Ende von Wissen“). Es ist die außergewöhnliche Bewegung in Freiheit.

Es ist wie Feldarbeit, sagt Krishnamurti: Pflügen, Umgraben und dann das Säen. Mit dem Älterwerden versinken wir mehr und mehr in die absurden Aktivitäten unserer täglichen Existenz, in das Chaos des täglichen Lebens, in den Morast von Problemen, Unsicherheiten, in Verzweiflung und Unzufriedenheit, wir "pflügen und graben" - wirkliches Handeln findet kaum statt.

Wenn wir das alles unmittelbar sehen können, ohne das „dazwischen - Geschaltete“, „die Schatten der Vergangenheit“, die Zukunftsphantasien, das Konkurrenzdenken, all die egozentrischen Wünsche, Ängste und Motive und nicht damit analytisch herumspielen,

sondern sorgfältig beobachten, äußerst achtsam hinschauen können, dann entsteht eine neue Qualität und man bringt den ganzen Prozeß auf eine neue Ebene, in eine neue Richtung, in eine andere Dimension.

Aber es geschieht überall in der Welt: Handeln nach einem Muster, einer Idee, einem Glauben, einem Begriff, einer Schlussfolgerung, einer Entscheidung. NIEMALS erfolgt Handeln als SEHEN UND TUN. Der im Denken künstlich eingeführte Beobachter

verhindert echtes Handeln durch das angesammeltes Wissen aus der Vergangenheit, das Muster, den Begriff, den Glauben.


Immer mehr Virtualität bestimmt unser Leben - wir verlieren uns in eine gedachte nach Eigenschaften konkretisierte "virtuelle Welt".

Können wir nicht so „wach“ Handeln, wie in großer Gefahr, wie wenn wir am Rande eines Abgrundes stünden- am Rande eines Kliffs nach Hilfe schreiend mit erhobenen Händen ins Meer stürzend. D.h. daß es eine Wahrnehmung gibt „hier und jetzt“ im Augenblick, völlig allein stehend „alert“ (engl. wachsam), „allerta“ (ital. Alarm) – sehen + tun! Da ich niemanden habe, an den ich mich anlehnen kann.

Wir verlieren uns in dem Zirkus der modernen Welt. Wir haben die Feinheit, die Sensibilität des Geistes, des Herzens und des Körpers verloren. Wir haben auch keinen Sinn mehr für die Schönheit Wir wollen sie in Kursen, in Veranstaltungen, in Schulungen lernen. Wir üben uns nur im Entfliehen. Es gibt tausend Methoden des Entfliehens des Leides anstelle des Verstehens, des Erkennens. Rationalisierung, Drogen, Alkohol, Sex, Messen, Identifizieren mit Größerem, Sich-Zurückziehen.

Die indischen Religionen predigen den Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf des Daseins, das Loslassen von Bindungen, Begierden, Wunschvorstellungen und das Erreichen der Erlöstheit durch Erkenntnis - Nirvana.

Nach den abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum,Islam) wird der „unvollkommene Zustand“ des Menschen mit Sünde bezeichnet. Nach Augustinus ist es die Tat, das Begehren, im Widerspruch zum Ewigen, zum ewigen Gott. Es bedeutet die Anhänglichkeit an gewisse Güter. Sie ist eine geistige Verfehlung. Nach dem griechischen Text im neuen Testament bedeutet Sünde hamartia "ein Ziel verfehlen", "etwas falsch machen".Die Erlösung von diesem unvollkommenen Zustand, die „Auferstehung“ die höhere Macht wird Himmel genannt.

Nur ganz wenige haben das Gefühl für Schönheit – Schönheit im Verhalten, im Gebrauch der Sprache, der Stimme, der Art zu gehen, den Sinn für Demut, da alles sanft, ruhig und voller Schönheit wird. Für die meisten Menschen mit vielen Wünschen und vollgestopft mit programmiertem Wissen, das immer begrenzt ist, bringt Schönheit nur Konflikte.

Frei im Verstehen des Verlangens allein zu stehen, bringt eine ungeheure Kraft.


Das Gefühl für die Schönheit entsteht nur ohne Entfliehen, nur aus dem V e r s t e h e n durch Verweilen, Erdulden des Leides, dessen „was ist“ ohne Trost, in der „Flamme der Leidenschaft“ aus der absolut unvermeidlichen Wirklichkeit.