Wozu werden unsere Kinder erzogen?

In der Therapie klagen Menschen immer wieder, daß ihnen ihre Eltern falsche Einstellungen erzeugt haben.

OHNE EIGENE SELBSTERKENNTNIS WIRD DER ERZIEHER EHER UNHEIL ANRICHTEN ALS DEM KIND HELFEN, GLÜCKLICH ZU WERDEN.

Wichtig erscheint, lesen und schreiben zu lernen, auswendig zu lernen, über Sex und Fortpflanzung zu lernen und das andere, das ganze Leben zu vergessen. Erziehen zu schlauen, listigen Büroangestellten, Wissenschaftlern und sonst gewöhnlichen, billigen kleinen Menschen mit erbärmlichem Verstand. Handel und Konsum, Geld, Macht, Position, Autorität und die Computerwelten, das virtuelle Sein. Darüber hinaus zu gehen, eine Transformation des Menschseins geschieht nicht.

Für die geistige Entwicklung sollte nicht die Konzentration, sondern die Aufmerksamkeit im Mittelpunkt stehen. In der Konzentration wird der Geist eingenegt auf die funktionelle Ebene zur Entwiklung einziger Fähigkeiten und gehindert die Realität des Ganzen zu verstehen. Aufmerksamkeit ist grenzenlos, ohne die Grenzen des Wissens, das durch Konzentrtion entsteht, Aufmerksamkeit ist ein Zustand ohne Zwang, in dem der Geist immerfort lernt.

Wie ein Kind sich jeden Tga die Zähne putzt und badet, jeden Tag etwas Neues lernt, so muß es auch mit anderen, oder allein still sitzen können. Viele sind dazu nicht fähig, allein zu sein. Alleinsein hilft dem Geist, sich selbst klar zu sehen, wie in einem Spiegel und mit sich ins Reine zu kommen, sich zu befreien von eitlen, ehrgeizigen, ängstlichen, frustrierenden Verwicklungen, selbstbezogenen Handelns. Das gibt dem Geist Stabilität und Klarheit. Das ist Charakter. Der Mangel an Charakter ist der Zustand innerer Widersprüchlichkeit.

Über Schönheit, Leidenschaft, Leid und über die Frage des rechten Handelns, nicht über die Zerstörung der Welt zu sprechen. In Zuneigung und Fürsorge erblühen. Dem Erzieher muß es vor allem um Sensibilität gehen. Demut, Freundlichkeit, Rücksichtnahme. Geduld, Höflichkeit, Bescheidenheit und Höflichkeit sind die Eigenschaften eines Menschn, der richtig erzogen wurde, der rüchsichtsvoll gegenüber allen Lebewesen einschließlich der Tiere und Pflanzen ist, was sich in seinem Verhalten und seiner Ausdrucksweise spiegelt.

Ohne Belohnung und Strafe erziehen.

Rechte Erziehung muß zu Aufmerksamkeit und Rücksicht für andere erziehen. Weil wir selber dazu erzogen wurden, bei jeder Handlung das Ergebnis zu betonen, leugnen wir die Möglichkeit, ohne Verlangen nach Erwerb, ohne Belohnung und Strafe zu Handeln. Das dient nicht der Förderung des Einzelnen sondern der Gesellschaft, dem Wettbewerb, Streit und der Grausamkeit.

Die meisten erstarren schon früh in einem Denksystem oder Handlungsschema, in einer Ideologie, in einer bestimmten festen Richtschnur für das Verhalten. Darüber hinaus sind sie mit ihren eigenen Konflikten, Sorgen und Leiden beschäftigt. Sie werden dem Kinde beibringen, was es denken soll, anstatt w i e es denken soll, bemüht, dass die Kinder eine gute Stellung bekommen und sich gut verheiraten werden.

Kinder zu lieben bedeutet, in vollkommener harmonischer Verbindung mit ihnen zu stehen und ihnen zu helfen, empfindsam, intelligent und einheitlich zu werden.

ERZIEHUNGSZIEL
Die Frage nach einem Erziehungsziel ist ein Zeichen von Trägheit des Geistes, da man ein mechanisches Dasein lebt. Zwischen heute und der Zukunft erstreckt sich eine weite Spanne, und es sind vielerlei Einflüsse am Werk.
Wäre der Mensch eine Maschine, dann könnte man eine vollkommene Utopie für die Zukunft entwerfen. Aber um das Leben in seiner Mannigfaltigkeit und Feinheit zu verstehen, muß man intelligent seiner Gesamtheit gegenüberzutreten, nicht mit den Wertbegriffen von Erfolg, Erwerb, Gewinn, Macht, Unterdrückung, Ausbeutung,
FREIHEIT VON FURCHT
Furcht gibt dem Ausblick auf das Leben eine falsche Richtung, Freiheit von Furcht verbürgt schöpferische Intelligenz, Einsicht in das eigenen Ich und Darüber-Hinaus zu gewinnen und den Vorgang des Lebens zu erfassen. Fähigkeiten und Techniken ihren rechten Platz anweisen und helfen, daß man seinen eigenen Stil findet. Sonst führt ein gewisser Stil nur zu Oberflächlichkeit, selbstsüchtiger Betätigung mit all den Ängsten und Konflikten.

Erziehung soll "Entwicklung" bedeuten, es ist ein psychosomatischer Vorgang. Erziehen darf nicht das Werk einer konditionuierten, ideologisch fest programmierten Persönlichgkeit sein. Pädagogisch erkannte man die Antinomie "Erziehung zur Selbständigkeit" ("Ziehen" und doch selbständig handeln lassen, ist ein Widerspruch) "Ent-wickeln" ist nicht "Verwickeln", "Einwickeln in Ideologien". Es sollte irgendwie spielerisch (im Sinne von Schiller) oder irgendwie tänzerisch geschehen. Nur Nachahmen ist nach Konfuzius nicht der edle Weg zur Tugend, aber der leichteste Weg.1)

Die Gefahr von Problemen von Jugendlichen

Einsamkeit 
Die Einsamkeit, sich allein zu fühlen, ist oft für Jugendliche schmerzlich. Man kann nicht damit fertig werden, man sucht Anschlussmöglichkeiten,


Ablenkungen
Ablenkungen leider auch durch Trinken, Rauchen, allerlei Verwicklungen, Wünsche und Wesenheiten, die das Ich umkreisen. Der Mittelpunkt aus diesen Wesenheiten, das Ich, mit der Ansammlung von Wünschen, von Verlangen, die Teilung zwischen Ich und den anderen Wesenheiten, also dem Nichtich, diese Teilung ist der Beginn innerer und äußerer Konflikte.


Einflüsse
Einflüsse und Einwirkungen wirken nachhaltig auf tieferen Ebenen. Was für eigene Gedanken und Gefühle gehalten wird, sind kaum wirklich selbständige Gedanken und Gefühle, es sind häufig Reaktionen nicht frei von Schablonen.


Drang zur Anpsaaung
Der Drang zur Anpassung, als Verlangen nach Sicherheit, nährt die Furcht. Das bringt Autoritäten, Führer und Helden ins Spiel – und endlose Reaktionen.


Wichtig
Wichtig wäre: selbst zu denken und nicht was andere wollen, dass man denkt. Nicht mittelmässige Nachahmer zu werden, Räder in der grausamen Maschine der Gesellschaft, Abbilder dessen, was geglaubt wird, das man sein soll. Wachsamkeit allein kann mannigfaltige Ursachen enthüllen und frei machen. Freiheit, die nicht am Ende kommt, sondern vom Anfang an da ist. Voraussetzung ist dafür, dass der Verstand auch zu einer Ruhe kommen kann.


Unverletzbar leiben.

Physische Verletzungen kann man ertragen und tolerieren, aber es muß sich nicht in das Denken einmischen und die psychische Qualität angreifen.

 Der Geist, der nicht verletzt zu sein vermag, ist ein unschuldiger Geist. Englisch: innocent (unschuldig) kommt von innocere, d.h. nicht verletzen. Ist es möglich, ein Kind unschuldig d.h. ohne zu verletzen zu erziehen? D.h. ohne zu vergleichen, ohne Nachahmung, ohne eine Wand als das "Selbst-Bild" entstehen zu lassen, wodurch immer ein schwächste Stelle berührbar ist, die besondere Verletzbarkeit. Zufälle und Geschehnisse werden unausweichlich eintreten, durch die man verletzt wird. Und doch meinen viele, um in dieser Welt leben zu können, muß ein Kind verletzt werden. Aber daraus entsteht Aggression und alle Gewalttätigkeit. Man sollte jeden Tag zehn Minuten verwenden, um in unterschiedlicher Weise darüber zu sprechen.(Vgl. Jiddu Krishnamurti:Anders leben)

1) „Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“ (Konfuzius)