Leben können – Sterben können - Nichts wissen können

Das ewige Licht

Leben lernen ist Sterben lernen (Platon). Sehen daß wir nichts wissen können (Goethe).

Wir können nur wissen, dass wir nichts wissen (Sokrates).

Das Ding, das wir erkennen, ist nicht das Ding selbst (Kant).

Wir erkennen die Dinge nach „habits“, Assoziationen, Verknüpfungen von Vorstellungen - Das Wort ist nicht das Ding. Das Wort „Baum“ ist nicht der Baum.

Krishnamurti hat das alles - Vielleicht-schwer-Verständliche - immer wieder umschrieben, in vielen Gesprächen, Veröffentlichungen, Meetings Universitätsveranstaltungen usw.

Denken ist ein materieller Prozess, die Reaktion des Gedächtnisses, das Erfahren und Wissen ist. Es wird in den Gehirnzellen aufbewahrt, ist materiell. Das Wort

Ding ist lateinisch res und bedeutet denken. Kein Denken - kein Ding, Nichts.

Da Denken ein Vorgang der Zeit ist, bedeutet sein Ende – Ende aller Konflikte. Es erfordert enorme Aufmerksamkeit und tiefe innere Nachforschung. Der Beginn der Meditation. Wenn der Geist, der Körper, der ganze Organismus, das ganze psychologische Gefüge frei ist – frei von Vorstellungen und Illusionen, von Vergnügen und Verlangen, ganz still im Beobachten, ist Liebe da. Der Geist ist ganz still. Es gibt vielleicht irgendetwas Heiliges, vom Denken nicht erschaffen, das Unsterbliche, Ewige, jenseits von Zeit und Raum. - Das Wesen der großen Liebe, Schönheit und Wahrheit liegt eben nicht in den Worten.

Krishnamurti:

Bindung und Verhaftetsein, einer der menschlichen Bewusstseinsinhalte ist unser Grundkonflikt. Kann man während des sogenannten Lebens mit seinen Schmerzen mit etwas leicht, glücklich und konfliktlos aufhören? Gibt es ein natürliches, einfaches Ende einer Bindung? Kann das Bewusstsein Inhalte während des Lebens beenden? Normalerweise beenden wir nie etwas, wir setzen es nur in anderen Farben fort. Aber besser man wartet nicht, bis der Tod am Ende kommt, sondern „man lebt mit dem Tod“ - was Beenden bedeutet. Wenn das da ist, kommt eine neue gewaltige Kraft, die sich von der Kraft des Denkens, der Schmerzen und des Leids ganz und gar unterscheidet. Mit dem Ende der Ursache allen Leides kommt das Mitleid und mit diesem Intelligenz, eine andere Art von Intelligenz, nicht die gewöhnliche, intellektuelle; Intelligenz Hand in Hand mit Mitleid.


„Falls man Angst vor dem Tod hat, wird man niemals die Würde, die Schönheit und die Tiefe des Todes erkennen.“ (Krishnamurti, Die letzten Gespräche in Saanen 1985).

"Tot leben"

"Tot leben, etwas ganz neues beginnt, Inkarnation"

Tot leben bezieht sich nicht auf den leiblichen Tod, sondern auf einen Zustand.

Ohne Namen, Titel, Macht usw. sind wir nichts (tot) und schutzlos und wollen diese Tatsache nicht zur Kenntnis nehmen. Aber wenn wir es tun, fällt alle Angst weg und Wahrheit kommt ins Dasein. Wenn man etwas beendet hat, beginnt etwas ganz Neues. Können wir es tun? Auf diese Weise gibt es sozusagen eine Inkarnation, findet immer etwas Neues statt.

Tag für Tag ins Büro, in die Arbeit gehen, Kampf, Vorureil, Haß, Neid, Qual, Leid, das ist alles, was wir wissen. Wenn wird diesem absterben - nicht theoretisch sondern praktisch, allem Ehrgeiz, aller Gier und allem Neid, den Vorurteilen und Meinungen ein Ende setzen, "dann kann der Geist endlos weiterreisen", wie Krishanmurti sagt. Aber wenn wir das Leben, wie wir es haben, leben und es ewig nennen, führt es immer zu Trennung, Heuchelei, unrealistischem Zustand. Krishnamurti sagt (Commentaries on Living, London): Sie sind nichts. Sie können Ihren Namen und Titel, Ihr Eigentum und Bankkonto haben, Sie können Macht haben und berühmt sein; aber trotz dieses ganzen Schutzes sind Sie nichts. Sie wollen nichts von dieser Leere, diesem Nichts wissen, oder Sie wollen einfach dessen nicht bewusst sein; aber es ist da, tun Sie, was immer Sie wollen, um es zu vermeiden. Sie können versuchen, ihm auf verschiedene Weise, durch die persönliche oder gesammelte Gewalt, durch die individuelle oder gesammelte Anbetung, durch Kenntnisse oder Unterhaltung zu entfliehen; aber ob Sie schlafen oder wach sind, ist es immer da; Sie können durch Ihre Beziehung zu diesem Nichts und seiner Angst kommen, indem Sie wahllos aller Ausflüchte bewusst sind. Sie sind damit als eine getrennte, individuelle Entität nicht verbunden; Sie sind nicht der Beobachter, der es beobachtet; ohne Sie, den Denker, den Beobachter, ist es nicht vorhanden.

Sie und Nichts sind eins; Sie und Nichts sind ein Gemeinsames Phänomen, nicht zwei getrennte Prozesse. Wenn Sie, der Denker, Angst davor haben und sich ihm als etwas Gegenteiliges und Entgegengesetztes nähern, dann muss jede Handlung, die Sie unternehmen zu einem Trugbild und weiter zu Konflikt und Elend führen. Aber wenn es die Entdeckung, das Erfahren dieses Nichts gibt, dann fällt es weg, sich zu fürchten, denn das besteht nur, wenn der Denker von seinen Gedanken getrennt ist und so versucht, eine Beziehung herzustellen, sonst ist es möglich für den Geist, still zu sein; und dann kommt Wahrheit ins Dasein.

AUFWACHEN ist ein Schwebezuzstand, d.h. klares Denken und intensives Fühlen. Es ist zwischen Gefühl und Vernunft, Liebe und Denken, eine Intensität der Wahrnehmung. Nicht mehr gebannt von der Außenwelt, der Negation des Verstehens aus Unterscheidungen, aus der Dualität, aus der Trennung, was wirkliches Verstehen verhindert. Man muß jedem Flug der Gedanken aufs neue begegnen, so dass die unbewußte Erinnerung (mangelndes Verstehen) schwindet.

DAS EWIGE LICHT

Die meisten schlafen. Eingeschläfert von Worten, von Philosophen, Heiligen Göttern, Priestern, Politikern usw. Aber sie wissen nicht, daß sie schlafen. Nur wenn der Geist ohne Probleme ist, weil er hell wach und von allem frei ist, kann er sich selbst in seinem Dasein ein Licht sein. Krishnamurti (Fragen und Antworten).

Der Weg zum Lichte ist dein Weg zu dir selbst und zu deinem Gott. Dann ist dieses Licht das ewige, das immerwährende, unermeßliche Licht. (Bó Yin Rá Das Buch vom Menschen, 1928)