Meditation ist nicht das, was im Orient oder auch im Westen gegen Bezahlung, wie immer organisiert, angeboten wird, Systeme und Techniken, mechanische Wiederholungen, die den Geist abstumpfen.

MEDITATION ALS DAS TRANSZENDENTE, GOTT, DAS NAMENLOSE, DAS UNERMESSLICHE (WELCHEN NAMEN MAN AUCH DAFÜR WÄHLT) ZU FINDEN - IST EINE WEISE, DAS LEBEN ZU FÜHREN, TAG FÜR TAG.

DAS LEBEN IN SEINER VIELFALT ZU VERSTEHEN, SEINEM ELEND, SEINEN SORGEN, SEINER EINSAMKEIT, SEINER VERZWEIFLUNG, SEINEM DRANG NACH BERÜHMTHEIT UND ERFOLG, SEINEN ÄNGSTEN, SEINEM NEID.

OHNE DIESES VERSTEHEN GEHEN ALLE VERSUCHE ZU MEDITIEREN INS LEERE. OHNE EINE TIEFE ERNSTHAFTIGKEIT FÜHRT UNSER VERHALTEN IM TÄGLICHEN LEBEN ZU UNORDNUNG.

WIR MÜSSEN EIN VERHALTEN FINDEN, DAS RECHTSCHAFFEN IST, SONST HAT MEDITATION KEINEN SINN. UNSER GEIST MUSS IN EINE VOLLKOMMENE ORDNUNG KOMMEN, NICHT IN EINE ÄUSSERE, OBERFLÄCHLICHE, IDEOLOGISCHE ORDNUNG, SONDERN ÄHNLICH EINER MATHEMATISCHEN ORDNUNG.

DURCH EINE AKTIVE UND ZUGLEICH PASSIVE ACHTSAMKEIT WÄHREND DES TAGES KANN DAS GEHIRN TATSÄCHLICH RUHIG FUNKTIONIEREN UND AM ENDE DES TAGES ALLES IN BETRACHT ZIEHEND ABSCHLIESSEN, IM SCHLAF IN EINER ANDEREN DIMENSION, IN EINER ANDERSARTIGEN BEWEGUNG LERNEN.

SELBST-BEWUSSTHEIT IST RICHTIGES DENKEN. MIT EINER IMMER TIEFEREN DURCHDRINGUNG WIRD MAN SICH DES UNERMESSLICHEN BEWUSST.
Krishnamurti:
MEDITATION IST DAS ENTDECKEN ODER BEOBACHTEN EINES BEREICHES, IN DEM ES KEINE BEWEGUNG DES DENKENS GIBT UND ZUGLEICH, WENN NÖTIG DER BEREICH DES WISSENS FUNKTIONIEREN KANN. BEIDE KÖNNEN MITEINANDER HARMONISCH LEBEN, „TAG FÜR TAG“.

Aldous Huxley:
Wenn das wahllose Erkennen allmählich die Schichten des ICH und des ihm verbundenen Unterbvewußten durchdringt, entsteht Liebe und Verständnis, doch ganz anderer Art, als wir sie kennen. Dieses wahllose Gewahrwerden - in jedem Augenblick und in jeder Lebenslage - ist die einzige wirksame Meditation. (Aldous Huxley, Vorwort zu Jiddu Krishnamurti: Die Wahrheit ist ein pfadloses Land. Knaur,1996).

MEDITATION LEGT DIE GRUNDLAGE FÜR RICHTIGES VERHALTEN UND HILFT UNS GESUNDE ZWISCHENMENSCHLICHE BEZIEHUNGEN AUFZUBAUEN, KONFLIKTFREIE BEZIEHUNGEN.

MAN MUSS MEDITIEREN, UM HERAUSZUFINDEN, OB DAS LEBEN EINEN SINN HAT, „MEDITATIV HERAUSFINDEN“ OB ES IM GEHIRN EINEN BEREICH GIBT, DER UNBERÜHRT IST VON DEN ÜBLICHEN MENSCHLICHEN VORGANGSWEISEN , VON MENSCHLICHER GEWALT, VON HOFFNUNGEN, VERLANGEN UND ALL DIESEN DINGEN, HERAUSZUFINDEN WO KEINERLEI ANGST MEHR DA IST, ABER UNERMESSLICHER RAUM - ZEITLOS.

In vollkommener Stille des Geistes, ganz tief im Bewußtsein gibt es zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten keine Trennung, keine Grenze mehr. Da ist der große bewegte Fluß ohne Anfang und ohne Ende, ein Raum, in dem der Geist nicht eindringen kann, nur beobachten, ein Raum des Nichts. Wir erleben tiefste Nervenfunkionen. Das binäre „Ein-Aus-Schema“ gehört in eine vergangene Betrachtung. Wir erleben, daß sich unser Gehirn transformiert.

In der Natur im Spazieren gehen oder unter einen Baum oder in einem stillen Rum sitzend. Im Wahrnehmen, völlig bewußt eines aufsteigenden Gedankens, darf der Beobachter (der ja die Vergangenheit repräsentiert) nicht in das Beobachtete eingreifen, so löst er sich auf. Die Beobachtung des Denkprozesses, wie des unaufhörlichen inneren Geplappers bringt eine eigene, andere Disziplin hervor, das Lauschen der Stille, einen neuen, unbegrenzten Raum. Der Werdende, der Meditierende hört auf zu sein.

Auf der psychischen Ebene hat Denken keinerlei Bedeutung. Es ist wichtig, dass es an seinen angemessenen Platz verwiesen wird, in den technologischen Bereich, als Wissen in den Gehirnzellen gespeichert. Konzentration bedeutet Einengung. Der beschäftigte Geist bildet ein Zentrum in seinem begrenzten Raum, sein persönliches Ich, das Ego, seine Persönlichkeit, Charakter, Eigenheiten mit Vorlieben und Abneigungen. Das Ich ist die Lebensgeschichte, aber nicht, die man hat, sondern die man ist.
Völlig wache Aufmerksamkeit dagegen bedeutet mit ganzem Herzen und allen Sinnen bei der Sache zu sein, sie hat keine Grenzen, kein Zentrum, schließt alles in sich ein, ist unbegrenzt.

Solange man noch nicht frei ist von dem Strom, der der gesamte Strom des Bekannten ist – Ängste, Freuden, Leiden, Verstrickungen, Beziehungen, Bilder, TV-Gauklereien usw. – kann man nichts Neues sehen. Aber es ist ungeheuer mühsam in diese Art meditativen Lebens hineinzugehen, denn wir alle wünschen ein leichtes, bequemes, reibungsloses Leben.

Der Verstand ist völlig oberflächlich geworden. Das Gehirn hat sich an eine mechanische Lebensweise gewöhnt und einTeil dieses Gehirns muß mechanisch funktionieren, um das erforderliche technische Wissen zu erwerben, um es in allen Lebensbereichen richtig einsetzen zu können. Doch mit Erfahrungen, Verletzungen, Ängsten, Schmerzen, Verwundungen, Kindheitserlebnissen, Eifersucht usw. von tausenden Gestern beladen, kann der Geist Neues nicht entdecken. Die Interpretation durch Vergangenheit kann nie zur Entdeckung der Wirklichkeit führen (vgl. E. u. M. Polster, Gestalttherapie, Kindlerverlag).

Der Verstand existiert durch Worte oder Bilder. Er bewegt sich auf eingefahrenen Gleisen und folgt wie der Zug der eingefahrenen Spur, ohne sie verlassen zu können. Seit eh und je nutzt der Mensch nur den sehr kleinen Teil des Gehirns in dem es stets Konflikt gibt, Gut und Böse, Was ist und Was soll sein, wodurch die Kulturen hervorgebracht wurden, die diese kleine Gehirnregion konditioniert haben. Also muß man sich fragen, ob man in einer anderen Art, einer Art Nicht-Denken, kontemplativ und dennoch effektiv leben kann.