Mein Lebens-Thema Alleinsein

beschäftigte mich in meiner Kindheit, in der Jugend, in den Religionen, in der Philosophie und Psychologie. Ein Resümee kam erst nach der persönlichen Begegnung und der Lehre Krishnamurtis zustande.

Krishnamurti vom Dalai-Lama als einer der größten Denker des Jahrhunderts bezeichnet, von Bernhard Show als „der größte Menschheitslehrer“, Henry Miller sagt über ihn. dass er nach Jahren der Mühe und Suche „Gold fand“. Krishnamurti´s Lehren wurden in 75 Büchern sowie in 700 Audiokassetten und 1200 Videokassetten veröffentlicht, 4000000 Exemplare wurden in 22 Sprachen verkauft. Er hat mit Studenten, Lehrern und Menschen aller Gesellschaftsschichten und vor Tausenden öffentlich gesprochen und Schulen in Amerike, Indien, England, Kanada und Spanien gegründet. Er hat Wissenschaftler, Philosophen und Künstler aller Arten im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts beeinflusst.

Alleinsein ist nicht etwas, das schmerzlich ist. Nur wenn man isoliert ist, wenn man einsam ist, dann ist es schmerzlich, dann ist Angst da. Der Mensch, der innerlich allein ist, ist jung, unabhängig von jedem Alter, unschuldig, lebendig - ein solcher Mensch kann die Wahrheit sehen und das, was nicht in Worten zu ermessen ist

Alleinsein ist Freisein von Glauben in irgendeiner Form, von allen Hemmungen, von denen unser Leben wimmelt. Nur in solchem Freisein tritt Wirklichkeit ins Dasein, die Fülle des Verstehens und der Liebe. Dagegen ist Isolation, sich von der Umwelt abschneiden, mit einem Schutzwall umgeben, um nicht verletzt zu werden, in dem verträumten Elfenbeinturm einer Ideologie zu leben.

Wenn man alleine ist und nicht identifiziert und symbiotisch dazugehört zu irgend einer Familie, zu einer Nation, einer Kultur usw., dann hat man das Gefühl, eine Außenseiter zu sein. Aber man ist unschuldig und von Leid befreit, man wird zu verstehen beginnen, mit sich selbst zu leben, so wie man ist, nicht wie man glaubt, sein zu sollen, oder wie man gewesen ist.

Alleinsein bedeutet Charakter haben, Stabilität, Beständigkeit, nicht in Begriffen der Zeit gemessen. Alleinsein ist etwas Gewaltiges. Es kommt, wenn das Ich (das nur ein Wort ist) verstanden wird und man darüber hinausgeht. Der Geist kann dazu kommen, sich selbst sehr sehr tief gehend zu ergründen und zu etwas Generellen zu kommen (generell = generieren). Das tägliche Leben ist das Generelle u n d das Besondere - die „vermittelte Unmittelbarkeit“ nach Hegel. Das Besondere, Vereinzelte, ist das Allergefährlichste, in der Tat eine Abstraktion (Hegel).

Es muss eine Bewegung geben vom Besonderen zum Allgemeinen und noch weiter in die Tiefe – und dann kommt man vielleicht ins Reine und was man Erbarmen nennt, Liebe und Intelligenz. Aber das setzt voraus, dass man seinen Geist, sein Herz, sein ganzes Sein diesem Forschen hingibt.

Meditation
Ich sitze in meinem kleinen Campingstuhl. Ich mache gar nichts. Ich lasse alles geschehen und beobachte. In meinem Scheitelzentrum läuft etwas ab. Dann überträgt es sich auf mein Herz und dann auf das Kundalinizentrum. Der ganze Körper wird erfasst und dann die ganze Umgebung. Allmählich entsteht ein Raum und dann eine Lichtung. Alles ist dann erfüllt. Es ist ein anderes Bewusstsein entstanden. Ein neues Bewußtsein. Es ist eine Befreiung. Bewegung geht immer vor sich und schwankt hin und her. Alle Sinne sind offen und nehmen wahr. Das Ende kommt meistens durch ein äußeres Ereignis (Telefon u.a.). Ich versuche nachher eine Erinnerung (Er-innerung).