Sex sorgt für eine sofortige Erlösung aus der elenden begrenzenden Welt des Selbst.

Das ist der Grund, warum unsere Kultur die Sexualität so ungeheuerlich stark in den Vordergrund stellt. Da die Menschen unkreativ, ängstlich, eingekapselt und isoliert sind, ist Sex das Einzige, durch das sie Erleichterung erfahren, in einem kurzen Zustand der Selbstverleugnung, wenn das Ich mit all seinen Schwierigkeiten abwesend ist. In der Selbstvergessenheit liegt ein Gefühl von Befreiung, von Stille.

Im Alltag gleichen wir Schallplatten, indem wir Sätze wiederholen, die wir gelernt haben. Im Religiösen sind wir Roboter, die mechanisch den Priestern folgen. Im Wirtschaftlichen und Sozialen sind wir durch Umwelteinflüsse gebunden, abgewürgt. Entweder genießt du es, einen längst vergangenen sexuellen Akt nachzudenken, oder du hast Fantasievorstellungen von zukünftigen sexuellen Erlebnissen.

Die liebevollen und gutherzigen Leute, deren Leben nicht vom Intellekt beherrscht wird, haben kaum je aus der Sexualität ein Problem gemacht. Solche Menschen beunruhigt weder die Sexualität noch irgendein anderes Problem. Man kann sich verlieben, ohne eine von Besitzdenken dominierende Beziehung zu haben – eine sexuelle Beziehung ohne Problem, ohne den Alptraum zu erleben, der gewöhnlich folgt. Das Problem ist also nicht Sex, sondern wie man vom Ich frei wird.

Frauen - Emanzipation eine Idee der Befreiung

Befreiung von Umwelteinflüssen, gebunden, abgewürgt, ängstlich und isoliert, wie im Wirtschaftlichen und Sozialen. Das ist zu einem vitalen Problem geworden und erzeugt Fantasievorstellungen von zukünftigen befreiten Erlebnissen und dass man durch Wissen und Können auf einen neuen Status aus ist. Aber es besteht ein Konflikt in uns zwischen der Idee, und dem was ist. Man muß den Prozesses, die Wege des  Selbst verstehen.

Man muss sehen können (und durch Beobachten überprüfen), dass der Beobachter und das Beobachtete in Wirklichkeit ein und dasselbe sind. Dann beendet sich jeder Konflikt im Leben, in allen Beziehungen.
Eine Beziehung, die auf eigenem Bedürfnis beruht, bringt nur Konflikt. Beziehung beruht allgemein auf Wissen, das Vergangenheit ist, Ein Verstehen der Beziehung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, wenn man Sicherung im Selbstschutz sucht. Zusammensein hängt von der Organisation des "Wie" der Bemühungen ab, sagt Virginia Satir. Man muß die unterschiedlichen Reaktionen z. B. mit einem Partner nicht als gegen einanader gerichtet, sondern für die Zusammenarbeit verstehen. Wenn Sie sagen, es kann eine andere Art zu leben geben, dann wird man sich verständigen können.


Krishnamurti
sagt: „Ich will auf dieser wunderbaren Erde leben, die so voll, so reich, so schön ist. Ich will die Bäume anschauen, die Blumen, Flüsse, Wiesen, Frauen, die Jungen und Mädchen, und zugleich in Frieden mit mir selbst und mit der Welt leben.“

Kontemplativ Leben, das ist das höhere Leben (nach Aristoteles). Das bedeutet: sich von Augenblick zu Augenblick der a l l t ä g l i c h e n Gedanken, Gefühle, Handlungen, ohne Rechtfertigung, Verurteilung, Identifizierung bewusst zu sein. Denn Beziehung ist n i c h t s a b s t r a k t e s sondern Wirklichkeit – Beziehung zu Eigentum, Menschen, Ideen, Glauben.Ohne Selbsterkenntnis kann es kein rechtes Denken geben. Man entdeckt sich selbst, im Verstehen dessen, was man ist, im Spiegel der Alltagsbeziehungen. Darin liegt Freiheit und Ordnung

Das Geistige, das „Ewig-Weibliche“ im Menschen - eine altehrwürdige Weisheit - im Manne und im Weibe in unendlichen Individualisierungsmöglichkeiten kann über denkgerechte begrenzende Schlüsse hinaus zu geistigem Verstehen führen:

„Alles Vergängliche Ist nur ein Gleichnis; Das Unzulängliche, Hier wird's Ereignis; Das Unbeschreibliche, Hier ist's getan; Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan." (Goethe, Chorus mysticus, Schlusswort von Faust 2).